Antworten geben bevor die Frage gestellt wird.

„Gestatten, mein Name ist Ypsilion. Ich irritiere und ich bin unbequem. Ich fordere viel, vor allem fordere ich meinen zukünftigen Chef. Das sage ich dir vorher, lieber Arbeitgeber. Denn gleichzeitig bin ich weitblickend, verantwortungsbewusst, lösungsorientiert… und all das weiß ich auch. Ich bin selbstbewusst, ich will alles verändern, besser machen. Es sei denn du gibst mir einen plausiblen Grund, dass alles was vor mir war, eine Daseinsberechtigung hat. “ Die Generation Y, die seit einigen Jahren auf die Unternehmen einströmt bringt Power mit sich. Sie weiß aufgrund von Fachkräftemangels und demografischen Wandels, dass sie mit ihrer meist sehr gute Ausbildung Mangelware und damit begehrt ist. Das strahlt sie auch aus. Der Übergang von Selbstbewusstsein zu gnadenloser Arroganz ist hier fließend.

Die Generation Y fordert seinen Arbeitgeber und wird  diesen die nächsten Jahre noch stärker fordern. Das macht diese Generation einerseits unbequem und gleichzeitig wertvoll fürs Unternehmen sowie deren Entwicklung. Die Ypsiloner sind das Fundament von morgen. Das Fundament auf dem die Unternehmen stehen – ob man das will oder nicht. Sie sind die Generation, die zwischen 1980 und 1990 geboren ist und aufgewachsen ist einer behüteten und gleichzeitig technologisierten Welt, in der alles möglich ist. Das (manchmal übersteigerte) Selbstbewusstsein macht Zusammenarbeit komplizierter. Demut oder Respekt vorm Alter lassen diese in einigen Fällen vermissen. Sie hinterfragen alles, haben keine Scheu, auch vorm Vorstand ihre Ideen zu präsentieren. Sie bringen bisher ungenutzte Power in die Unternehmen.

Viele Arbeitgeber beschweren sich, dass diese jungen Leuten mit übersteigerter Selbsteinschätzung und starker Ich-Bezogenheit in die Unternehmen platzen, denken, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen und alles ändern wollen, was seit Jahren Bestand hat. Das ist anstrengend. Und ehe man sich versieht, ist entweder ein alter Prozess grundlos entsorgt worden und eine neue unausgegorene Idee drauf gesetzt worden, auf etwas, das für das Unternehmen wert- und sinnvoll war. Noch nie zuvor galt der Auftrag an den Arbeitgeber mehr als jetzt: Antworten geben, bevor die Frage gestellt wird!

Eine Generation, welche es gewohnt ist auf jedes Warum eine Antwort zu erhalten, erwartet dies auch vom Arbeitgeber. Und erhält er kein Warum, keine Begründung. Dann ändert er einfach. Warum? Weil er’s kann. Auf der gnadenlose nach Such nach Sinn, wird all das zerstört, was aus seiner Perspektive keinen Sinn macht und durch neues für den Ypsioloner persönlich Sinnstiftendes ersetzt. Neues, was den Werten der Y-Generation entspricht und womöglich nicht den Werten der bestehenden Mitarbeiterschaft. Wertekollisionen sind vorprogrammiert.

Unternehmen müssen sich darauf einstellen, vor allem in der Einarbeitung junger Mitarbeiter der Generation Y, dass sie Antworten geben sollten, bevor überhaupt die Fragen danach gestellt werden. Alles andere kann alte sinnhafte Werte zerstören oder junge gut ausgebildete Mitarbeiter.

Die zunehmende Partizipation der Generation Y am Arbeitsleben kann und wird anstrengend sein – vor allem für die, die  nicht der Y-Generation angehören. Doch gilt es diese Power zu nutzen, das Unternehmensergebnis wird davon profitieren. Dafür müssen die Werte dieser jungen Generation akzeptiert, erfüllt und bestätigt sein – und in Einklang mit dem Wertesystem der bestehenden Mannschaft gebracht werden. Sonst ziehen sie schnell weiter zum nächsten Arbeitgeber und fordern dort in selbstbewussten Parolen den Sinn für ihr Sein und Tun in diesem Unternehmen.